Fußball: KSV Hessen-Kassel bekommt die „Rote Karte“ |
| 16:58, 04.05.2008 |
Wie andere große Vereine wollte auch der Regionalligist, „ein Zeichen gegen Rechts“ setzen und verbot das Tragen von „Thor Steinar“ Kleidung bei seinen Spielen und im Auestadion. Was Rechtsextremismus und „Thor Steinar“ miteinander zu tun haben, wurde folgendermaßen erklärt: „…die Marke `Thor Steinar´, womit die rechte Szene finanziert wird…“ Es wurde also nicht wie sonst üblich falsch behauptet, „Thor Steinar“ sei eine Modemarke der „rechten Szene“ (siehe „Gegendarstellungen“), sondern die Marke bezahle diese ominöse „Szene“ angeblich sogar. Es erfolgte sofort eine Abmahnung an den Verein, und die strafbewehrte Unterlassungserklärung wurde auch fristgerecht vom Vorstand des Vereins unterschrieben. Die geforderte Unterlassung, oben genanntes nicht mehr zu behaupten, aber wurde nur teilweise erfüllt. Die zitierte Passage war nicht mehr auf der Frontseite des Vereins zu sehen, dafür aber unter „Aktuelles“. Die Frist war verstrichen und die Vertragsstrafe fällig.
Nun fing von Seiten des Vereins ein Geschacher um die Höhe der Strafe an. Der KSV wollte weniger als die geforderten 5.100,- € bezahlen. Es kam dann der Vorschlag einer Spende in voller Höhe an eine Organisation gegen Rassismus und Rechtsradikalismus und dann kam der Hammer:
Falls die Firma Mediatex GmbH von einer Vertragsstrafe absähe, würde das Stadionverbot aufgehoben und Träger der Marke auch bei Auswärtsspielen nicht mehr ausgeschlossen werden. Einen besseren Beleg für die Doppelmoral der Gutmenschen im „Kampf gegen Rechts“ kann es kaum geben. Offensichtlich geht es um Geld. Entweder um das Geld, das von Bundes- oder Landesbehörden gezahlt wird (2007 konnte allein das Bundesfamilienministerium 24 Millionen dafür verteilen), auch der Deutsche Fußballbund beteiligt sich an entsprechenden Projekten. „Der Kampf `gegen Rechts´ in Deutschland ist zu einem Tummelplatz für Hochstapler, Wichtigtuer und Betrüger geworden. Es scheint, dass selbst bei seriösen Medien der Verstand aussetzt…“ schreibt in weiser Erkenntnis der „Rechtsextremismusexperte“ Burkhard Schröder und führt weiter aus: „Der Kampf gegen Rechts ist die moderne Form des mittelalterlichen Exorzismus und wird gleichfalls mit magischen Ritualen geführt. Der `Kampf gegen rechts´ war ein moraltheologischer Metadiskurs, flankiert durch die dazu passenden hysterischen Berichte, der, wie auch der `Kampf gegen Drogen´, mit der Realität rein gar nichts zu tun hat und daher schon im Ansatz scheitern musste. In Deutschland sieht man, wenn überhaupt, Rassismus und Antisemitismus als theologisches, das heißt letztlich verhaltenstheoretisches Problem und nicht als politisches.“
Der „Glaube“ daran, daß ein Ausschluß von Fußballfans mit „Thor Steinar“ Kleidung ein „wichtiger Schritt im Kampf gegen Rechts“ sei, ist ein solches religiöses Phänomen. Wehe aber es gibt nicht auch noch Geld dafür oder man muß sogar noch ein beträchtliches Sühneopfer wegen religiöser Raserei in den Klingelbeutel des „Teufels“ werfen. Da kann man schon mal vom Glauben abfallen. Auf der offiziellen Homepage des KSV ist das Thema „Thor Steinar“ jedenfalls nicht mehr zu finden. Ob dies daran liegt, daß der Verein nach einem Fortgang des Gefeilsches vor Gericht dann doch zahlen mußte, ist hier nicht bekannt.
Rainer Schmidt für die Mediatex GmbH
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