Antifa-Aufkleber
Artikel aus dem "KW Kurier" vom 23.11.2005 zur
Demonstration der Antifa: „Thor Steinar" und die „Muppet-Show"
Die Demonstration gegen „Explosiv" und „Thor Steinar"
Mit dem Wetter hatten sie Glück, aber gefroren haben sie doch in ihrer seltsamen Aufmachung, die Demonstranten am vorletzten Wochenende in KW. „Die sollen doch lieber zu Hause für die Schule lernen oder sich eine Arbeit suchen, statt hier so ein Tamtam zu machen" schimpfte eine KWer Bürgerin in den 50ern. Ein jüngerer Mann meinte: „Die sind doch alle nicht aus KW, was wollen die hier mit ihren Bierflaschen und zerrissenen Klamotten? Die beschäftigen doch nur die Polizei". Tatsächlich, ein riesiges Polizeiaufgebot war aus verschiedensten Bundesländern angerückt, um die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten, Plünderungen oder andere Straftaten der Demonstranten zu verhindern. Die Stadt sei „offen und tolerant. Das hat aber dort seine Grenzen, wo die Rechte Dritter beeinträchtigt werden", betonte auch der Bürgermeister. Ziel: das Bekleidungsgeschäft Explosiv" in der Bahnhofstraße. Zweck: der wirtschaftliche Bankrott des Ladens, die Schließung. „Naziläden dicht machen" war die Parole. Dabei war es wie bei einem Schulausflug, freilich nicht gerade der von Musterschülern. Schon zwei Wochen zuvor wurden auf den Schulhöfen in der Umgebung von KW Flugblätter und Aufrufe verteilt mit dem Aufruf zum Protest gegen den Modeladen „Explosiv", den Inhaber und gegen die angeblich „rechte" Bekleidungsmarke „Thor Steinar". So auch an der Goethe Gesamtschule Niederlehme und der Herder Gesamtschule. Hier hatten die Direktoren schon im letzten Jahr das Tragen der „Thor Steinar"-Kleidung verbieten wollen. Dazu bestand zwar keine rechtliche Grundlage, so der stellvertretende Schulleiter Rulf, trotzdem sei die Kleidung an der Schule „unerwünscht" sagte Rulf dem Geschäftsführer der Firma Mediatex GmbH, die die Marke betreibt. Auch Schulleiter Schmitt von der Goethe Gesamtschule billigte Übergriffe. Trotz eindeutiger Passagen im Brandenburgischen Schulgesetz wie zum Beispiel: „Die Freiheit des Gewissens, des Glaubens oder weltanschauliche Bekenntnisse sind unverletzlich.", und ähnlichen, wurden Schüler, die die Markenkleidung trugen, von Lehrern und Schülern drangsaliert und als „Neonazis" beschimpft. Wie ist es soweit gekommen? Die Marke „Thor Steinar" und das aus den Anfangsbuchstaben bestehende Runenlogo entstanden 1999 in Norwegen. Die „Thor Steinar" Kleidung hatte in Deutschland von Anfang an großen Erfolg und wurde 2002 beim Deutschen Marken- und Patentamt angemeldet. Die große Nachfrage ermöglichte 2003 die Gründung der Firma Mediatex GmbH in Zeesen. Diese betreibt seitdem unter anderen diese Marke. Nach fünf Jahren Erfolgsgeschichte traten Mitte letzten Jahres „Antifaschistische Aktivisten" gegen die Marke auf. Eine „Stoppt Thor Steinar"-Kampagne wurde ins Leben gerufen. Hier tauchten zuerst die Vorwürfe auf, die Marke sei von „Neonazis für Neonazis" gemacht. Von Anfang an drängte sich der Verdacht auf, dass hier gar keine politischen Gründe gegen die Marke sprachen, sondern sich die Konkurrenz eines erfolgreichen und damit lästigen Mitbewerbers entledigen wollte. Nützliche Marionetten waren schnell gefunden. Nach einem rechtskräftig gewordenen Strafbefehl in Prenzlau verfolgten nun Staatsanwaltschaft und Polizei Träger der Marke. Fast genau vor einem Jahr, am 17.11.2004, wurde die Zeesener Firma durchsucht und das gesamte Lager beschlagnahmt. Ein Vorgang, der einen ganzen Zug der Landeseinsatzeinheit der Brandenburgischen Polizei und über zwanzig weitere Polizeibeamte eine Woche lang in Anspruch nahm. Wer dies, die Schadensersatzforderungen und andere Kosten zu zahlen hat, ist klar: wieder einmal der Steuerzahler. Am 12.09.2005 erging nämlich der Freispruch für das Runenlogo der Marke „Thor Steinar" vor dem Brandenburgischen Oberlandesgericht. Die Beschlagnahme war rechtswidrig und das alte Runenlogo ist kein „Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen" befand das Oberste Landesgericht. Damit waren die ungerechtfertigten Vorwürfe vom Tisch. Aber schon vor der Beschlagnahmeaktion der Staatsanwaltschaft im letzten Jahr hatte die Firma ein neues Logo auf den Markt gebracht und das alte Logo zurückgenommen. Obwohl sich die Firma das neue Logo von der Staatsanwaltschaft Neuruppin als unbedenklich absegnen ließ, wurde vorletztes Wochenende dagegen demonstriert. Die alten Vorwürfe wurden von den „demonstrierenden" Jugendlichen einfach wiederholt nach dem Motto: irgend etwas davon wird schon hängenbleiben. Es blieb auch etwas hängen, nämlich ein saurer Geschmack, beim Anblick der Demonstranten und dem riesigen Polizeiaufgebot, für das wieder einmal der Steuerzahler aufkommen muß. „Was die immer von Naziladen reden." sagt eine ältere Dame, „Ich habe diese Zeit noch erlebt, und kaufe öfters mit meiner Enkelin bei `Explosiv' ein, da habe ich nichts von Nazisachen gesehen. Im Gegenteil, die Bedienung ist sehr nett da". Überhaupt Bürger auf den menschenleeren Straßen von KW anzutreffen, um sie nach ihrer Meinung zu fragen, war nicht leicht. Es war nicht ihre Demonstration. Ihre Stadt hatten sie dagegen nach zirka zwei Stunden wieder für sich. Der „Schulwandertag" in die Stadt war vorbei und die S-Bahn nach Berlin voll. Als KWer aber kann man dem jungen, aufstrebenden Unternehmen Mediatex, seiner Marke „Thor Steinar" und dem „Explosiv" in Zukunft nur ungestörte Arbeit wünschen, denn nur durch Schaffung von Arbeitsplätzen ist unser größtes Problem in dieser Region - die Arbeitslosigkeit - zu bekämpfen und ein tatsächlichen Aufschwung zu erreichen. Sinnlose Demonstrationen dieser Art bringen uns jedenfalls nicht weiter und kosten nur unser Geld. Markus Kabinsky