Die Rückkehr der "Stasiritter"
Leichter Nieselregen, es dunkelt bereits, da schlagen sie zu. Polizeibeamte aus dem ganzen Land Brandenburg sind im Einsatz gegen die Freizeitkleidung der Marke „Thor Steinar“. Ein einmaliger Vorgang spielt sich am Mittwoch den 17. November im Ortsteil Zeesen der Kleinstadt Königs-Wusterhausen bei Berlin ab. Lolita Lodenkämper, Oberstaatsanwältin in Neuruppin glaubt in dem Markenlogo der Firma „Mediatex“, kombiniert aus zwei Runen ein verfassungswidriges Kennzeichen zu erkennen. Dies verletze den Paragraph 86a, der das öffentliche Zeigen von Zeichen verfassungsfeindlicher Organisationen unter Strafe stellt meint Frau Lodenkämper und beruft sich auf das sogenannte „Gaudreieck-Urteil“ des Bundesgerichtshof. Dieses weicht von der üblichen juristischen Auffassung ab, die besagt, daß ein „unbefangener Dritter“ ein Abzeichen als das einer verfassungsfeindlichen Organisation erkennen muß um es verbieten zu können. Es reicht nach diesem Urteil aus, daß sich Eingeweihte Verfassungsfeinde daran erkennen oder der Träger des Zeichens mit dem Tragen eine verfassungsfeindliche Gesinnung nach außen ausdrücken also öffentlich machen will. Das Logo der Marke „Thor Steinar“ nun besteht aus zwei Runen aus dem „Futhark“, der germanischen Buchstabenfolge, einem vorzeitlichen Alphabet und stellen ein Monogramm der Buchstaben T und S, den Anfangsbuchstaben des Markennahmens „Thor Steinar“ dar. Beide Runen fanden im „Dritten Reich“ Verwendung. Die eine, die T-Rune als Abzeichen der Führerschule der SA, und die S-Rune als Zeichen des Jungvolks. Die Kombination ergibt laut Staatsanwältin eine dritte, die Wolfsangelrune. Letztere fand Verwendung bei verschiedenen SS-Divisionen. Diese Deutungen sind allerdings umstritten. Die Medienbewußte Oberstaatsanwältin ging sogar mit dieser Blitzaktion gegen den erklärten Willen ihres Vorgesetzten, den Generalstaatsanwalt Brandenburgs vor. Der hatte nämlich der Firma „Mediatex“ mitgeteilt, daß Frau Lodenkämper einen entsprechenden Beschluß am Amtsgericht Königs-Wusterhausen erreichen will, daß aber von seiner Seite die Dame angewiesen wurde, dieser Beschluß nicht auszuführen um die Firma vor dem Ruin zu bewahren. Dies brachte ihm am 17.11. in der Sendung „Brandenburg Aktuell“ auf rbb den Vorwurf der „Begünstigung einer Straftat„ ein. Lolita aber erwirkte bei ihrer Freundin der Amtsrichterin am Amtsgericht Königs-Wusterhausen Griel einfach einen zweiten Beschluß, der umgehend umgesetzt wurde. So schnell, daß der Generalstaatsanwalt nicht mehr reagieren konnte und die Beamten von der Aufgabe völlig überfordert mit nur einem PKW auf dem Firmengelände auftauchten um eine Halbjahresproduktion der beliebten Marke abzutransportieren als handelte es sich um den Inhalt eines Kleiderschranks. Extreme und übereilte Maßnahmen aber wie fing alles an? Vor genau einem Jahr tauchten die Vorwürfe gegen das Logo der Marke „Thor Steinar“ in „Antifaschistischen“ Pamphleten auf. Die Firma wehrte sich erfolgreich über ihren Anwalt Markus Roscher. Es erschienen nun im Internet Seiten mit Anwürfen gegen die Firma und ihre Gründer Axel Kopelke (31) und Uwe Meusel (28) aus Königs-Wusterhausen. Der Markeninhaber Kopelke sei ein Stadtbekannter „Faschist“, würde an Sonnwendfeiern teilnehmen und Kontakte zu dem Rechtsaußen-Barden Frank Rennike pflegen, und so sei erwiesen, daß die Marke von Rechten für Rechte gemacht sei hieß es da. Tatsächlich erfreuen sich die Kleidungsstücke mit den Runen einer großen Beliebtheit unter Jugendlichen. Darunter auch Anhänger der NPD, für die die Runenoptik und Pulloveraufdrucke wie „Division Thor Steinar“, „Marinebrigade Thor Steinar“ oder „Wiking Division“ eine spezielle Aussage besitzt. Der kometenhafte Aufstieg der Marke wird aber allgemein mit der hohen Qualität der Kleidungsstücke begründet. So ist auch nicht gerade billig was da aus Zeesen kommt. Ein T-Shirt kostet im Durchschnitt 22 Euro und ein Pullover über 70 Euro. Trotzdem aber steigerte das junge Unternehmen seit seiner Gründung vor zweieinhalb Jahren beständig seine Umsätze. Vor allem in den östlichen Bundesländern Brandenburg und Sachsen hatte die Marke einen rasanten Erfolg. Mit dem Erfolg aber wurden auch die Anfeindungen heftiger. Eine Kampagne mit Namen „Stoppt Thor Steinar“ wurde von der selbsternannten „Antifaschistischen Aktion“ ins Leben gerufen, Ladengeschäfte mit Plakaten beklebt, Flugblätter verteilt und Markenträger auf offener Straße angegriffen. Versuche der Firma rechtliche Schritte gegen die Verleumdungen zu unternehmen blieben erfolglos da die Angaben über Wohnort und Namen der Kampagnenbetreiber sämtlich falsch sind. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt daher auch gegen unbekannt. Seit etwa vier Monaten werden die Vorwürfe von Links außen auch von „seriösen“ Medien übernommen. So strahlte die ARD am 22.09.04 in der Sendung „Polylux“ einen Beitrag zur Marke „Thor Steinar“ aus und behauptete, der Markeninhaber Axel Kopelke sei Rechtsextremist und würde vom Verfassungsschutz beobachtet. Diese Behauptung mußte in der darauffolgenden Sendung zurückgenommen werden. Trotzdem tauchte diese Behauptung unter Angabe der „Quelle“ in der „Märkischen Allgemeinen“ vom 25.10.2004 wieder auf. Nicht nur der Geschäftsführer, sondern auch seine Mitarbeiter wurden hier nun des Rechtsextremismus bezichtigt. Die Firma fragte beim Verfassungsschutz Brandenburg nach und die Meldung der „Märkischen“ mußte ebenfalls richtig gestellt werden. Kein Mitarbeiter des Innenministers Schönbohm hatte sich so geäußert hieß es in der Mitteilung des Landesamtes für Verfassungsschutz. Bei Schönbohm hatte sich die Firma „Mediatex“ schon im Juni 2004 um Hilfe gegen die Behauptungen von links außen und zur Bewertung ihres Markenzeichens gewandt. - Keine Antwort – Nun äußert sich der Minister öffentlich im Sinne der extremen linken. Die Großaktion gegen die Firma „Mediatex“ steht allerdings nicht alleine, zeitgleich mit der Aktion am letzten Mittwoch wurden verschiedene Ladengeschäfte von fleißigen Beamten aufgesucht und auch die Privaten Wohnungen der beiden Geschäftsführer waren Ziel der Aktion. Einzelpersonen sind schon lange nicht mehr sicher vor polizeilichem Zugriff. So rief ein Berufschullehrer in Potsdam während des Unterrichts die Polizei um einen Schüler mit „Thor Steinar“-Pullover verhaften zu lassen. Ähnliche Szenen kennt man nur aus der DDR, in der Schüler mit „Westkleidung“ in der Schule von der „Stasi“ abgeführt wurden. Nun wird die Firma „Mediatex“ gegen den Beschluß und die Beschlagnahme juristisch vorgehen. Der finanzielle Schaden, der bei einem für „Thor Steinar“ positiven Urteil von den Markenbetreibern eingefordert wird ist enorm. Die Beschlagnahmeaktion in Zeesen dauerte ganze vier Tage. Erst am Samstag, den 20. November ist der letzte Pullover abtransportiert, und die vermeintliche Gefahr für den demokratischen Verfassungsstaat ist zunächst gebannt.
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