Schönbohm weist Böhmer zurecht

 

Berlin – Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) hat Vorwürfe zurückgewiesen, in seinem Bundesland würden rechtsradikale Straftaten nicht konsequent genug erfaßt. Schönbohms Parteifreund Ministerpräsident Wolfgang Böhmer hatte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung die hohe Zahl von rechtsradikalen Delikten in Sachsen-Anhalt damit erklärt, daß dort mehr Tatbestände erfaßt würden als in anderen Ländern. „So ist bei uns beispielsweise die Verwendung gewisser rechtsextremistischer Symbole strafbewehrt, in Brandenburg und andernorts hingegen nicht.“ In Sachsen-Anhalt gibt es pro Kopf gerechnet die meisten rechtsradikalen Straftaten.

Schönbohm schrieb nun in einem Brief, er habe diesen Vorwurf „mit Erstaunen zur Kenntnis genommen.“ Er versicherte Böhmer, daß „Brandenburg sehr konsequent und gewissenhaft das bundesweit vereinbarte Definitionssystem zur politisch motivierten Kriminalität“ beachte und anwende. Der Minister räumte zwar ein, daß in Brandenburg, anders als in Sachsen-Anhalt, das Tragen der Logos der unter Rechtsextremen beliebten Marke „Thor Steinar“ nach einem Urteil des Oberlandesgerichts keine Straftat darstelle. „Mir erscheint allerdings ein vordergründiges Erklären statistischer Spitzen bei rechtsmotivierten Straftaten, mit dem Thema `Thor Steinar´ ein untaugliches Mittel zu sein“, schrieb Schönbohm. Schließlich, so fügte er hinzu, sei das Logo bereits vor drei Jahren von der Firma vom Markt genommen worden.                                                                                                                              gras

 

„Süddeutsche Zeitung“ vom 3./4. März 2007

Untermenue


Neuigkeiten

Krimineller Hacker-Angriff auf externe Datenbank von Thor Steinar

Presseerklärung:

Staatsanwaltschaft eingeschaltet - Aktuelle Daten von Geschäftskunden sind nicht betroffen

Die Firma Mediatex GmbH hat heute, am 04.01.2010, Strafanzeige gegen bislang unbekannte Daten-Hacker gestellt, die eine externe Servicedatenbank angegriffen und dabei Daten gestohlen haben. Zuvor,schon am 30.12.2009, wurde das LKA telefonisch verständigt. Diese von einem externen Serviceprovider betriebene Datenbank diente bis zum September 2008 als Aressenserver.

Die Daten waren am Mittwoch den 30.12.2009 teilweise auf der Seite des „Computer Chaos Club“ veröffentlicht worden. Von dort wurde auch auf den gesamten Datenbestand verlinkt. Ausgerechnet diese Vereinigung hat als Grundsatz „Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen“. Unmittelbar eingeleitete Stichproben-Untersuchungen legen die Vermutung nahe, daß die Hacker die gestohlenen Adressen vor allem für politische Zwecke mißbrauchen. Die Mediatex GmbH veranlaßte seinen externen Serviceprovider schon im Frühjahr 2009 zur Stilllegung der betroffenen Internet-Seite. Die Mediatex GmbH hatte bereits damals damit begonnen, Hinweise zur eigenen Datensicherheit zu geben und das Bestellsystem geändert. Seitens der Mediatex wurde vorsorglich die Aufsichtsbehörde für den Datenschutz von dem Hacker-Angriff und den eingeleiteten Sicherheitsmaßnahmen in Kenntnis gesetzt. Das Unternehmen wird die Ermittlungsbehörden in vollem Umfang bei der Aufklärung der Straftat unterstützen.

Nicht betroffen von dieser Hacker-Attacke sind sämtliche Internetangebote, die von der Mediatex seit dem Frühjahr 2009 selbst betrieben werden. Dazu zählt vor allem der eigene Internetauftritt www.ThorSteinar.de. Ebenfalls nicht von der Attacke betroffen sind sämtliche Daten von Mitarbeitern.

Wir bedauern diesen auf ein isoliertes System begrenzten Vorfall außerordentlich und haben umfangreiche Informationsmaßnahmen ergriffen. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich um einen kriminellen Angriff, der nur äußerst schwer zu erkennen ist und kaum Spuren hinterläßt. Kunden, die aktuell bei uns einkaufen möchten, können dies beruhigt auch weiterhin online tun. Die aktuelle Verkaufsseite basiert auf einer anderen Systemplattform, deren Sicherheit wir aus aktuellem Anlaß nochmals überprüft haben.

 

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